Vom Wohlfühlklima zur Flächeneffizienz

Wohlfühlklima, NOI und Stranded Assets

Impulse aus den Treffen mit Rüdiger Schneider von aconsea GmbH/crenet Deutschland e.V.

Autorin: Kristin Jung, Wasser kann mehr!

Unser regelmäßiger Austausch begann im Januar 2026 beim Mittagessen im Naherholungsgebiet, schräg gegenüber dem Colorado Tower in Stuttgart – ein passender Ort, um über Arbeitswelten, Wohlfühlklima und die Zukunft von Bestands­gebäuden zu sprechen. Gemeinsam mit Rüdiger Schneider, Architekt und Gesellschafter von aconsea sowie aktive Stimme im Crenet‑Netzwerk Region Stuttgart/Süd, ging es um die Frage, wie wir Nutzung, Flächeneffizienz und Energieeffizienz so zusammenbringen, dass Immobilien langfristig attraktiv und wirtschaftlich bleiben.

Neue Arbeitswelten und Nutzerfokus

Wer ist aconsea?

aconsea GmbH kommt ursprünglich aus dem Umfeld des Fraunhofer‑Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart und berät seit vielen Jahren Organisationen bei der Gestaltung neuer Arbeitswelten – in Büros, Laboren und Bildungsbauten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse der Nutzer: Wie arbeiten Teams, wo kommen Menschen zusammen, wie entsteht ein Arbeitsklima, in dem man sich wohlfühlt und produktiv ist?

Gebäude von innen nach außen denken

Spannend an aconsea ist für mich der Blick von innen nach außen: Ausgangspunkt ist nicht das Gebäude als Objekt, sondern die Menschen, die darin arbeiten – wie sie zusammenkommen, konzentriert arbeiten, experimentieren oder lernen. Themen wie Standortfaktoren, Wohlfühlklima und die sogenannte Sharing‑Ratio, also das Verhältnis von Schreibtischen zu Mitarbeitenden, stehen am Anfang. Erst danach folgt die konkrete Objektauswahl und Planung. Dieser Ansatz prägt Projekte mit großen Organisationen, vom Automobilhersteller bis zum Laborumfeld, in denen hunderte Arbeitsplätze neu gedacht werden.​

„Die wichtigsten Entscheidungen fallen, bevor ein Gebäude ausgewählt ist – wenn wir die richtigen Fragen zur Nutzung stellen.“ Rüdiger Schneider, aconsea

Wirtschaftlichkeit von Bestandsgebäuden

Stranded‑Asset‑Risiken und NOI im Blick behalten

Der Begriff „Stranded Asset“ rückte bei unserem Gespräch nach dem Mittagessen als zentrales Thema in den Fokus: Immobilien, deren Ertragskraft und Marktwert sinken, wenn sie Effizienzanforderungen, regulatorische Vorgaben oder Marktstandards nicht mehr erfüllen. Für Eigentümer und Investoren bedeutet das, dass der Net Operating Income (NOI) – also der laufende Nettoertrag aus Vermietung nach Abzug der Betriebskosten – unter Druck geraten kann. Steigende Energiekosten, höhere Komfortansprüche und strengere Klimaziele wirken hier zusammen.

In unserem Austausch ist ein Chart entstanden, das drei zentrale Hebel für zukunfts­fähige Bestands­gebäude sichtbar macht:

  • NOI als wirtschaftlicher Puls eines Gebäudes,
  • Stranded‑Asset‑Risiko als Warnsignal,
  • Quick‑Wins , also die Maßnahmen, mit denen sich ohne großen Umbau Energieverbrauch, CO₂‑Emissionen und Kosten senken lassen.
Rüdiger Schneider und Kristin Jung vor einem Chart zu Wohlfühlklima, Flächeneffizienz und NOI im Bestandsgebäude
Chart mit den Zusammenhängen von NOI, Stranded-Asset-Risiko und Quick-Wins für Bestandsgebäude

Gerade in Bestands­immobilien stehen heute Technologien bereit, die die Wirtschaftlichkeit stabilisieren und die Lücke zu künftigen Anforderungen aus CRREM‑Pfaden, EU‑Taxonomie oder CSRD‑Berichten kleiner machen. In unserem Austausch wurde schnell klar, wie wichtig dafür die richtigen Netzwerke sind – und genau hier kommt crenet Deutschland e.V. ins Spiel.

Netzwerk für Corporate Real Estate

Über crenet Deutschland e.V.

crenet e.V. ist das Corporate Real Estate Network in Deutschland und versteht sich als Impulsgeber für Menschen und Unternehmen mit Verantwortung für Betriebsimmobilien. Ziel ist es, Betriebsimmobilien nachhaltig und werthaltig zu entwickeln und dafür ein interdisziplinäres Netzwerk zu bieten, in dem Erfahrungswissen, Best Practices und neue Ideen offen geteilt werden.

In der Region Süd/Stuttgart bringen engagierte Stimmen wie Rüdiger Schneider diesen Spirit in Roundtables und Fachveranstaltungen ein. Hier werden Themen wie neue Arbeitswelten, Flächeneffizienz, Nachhaltigkeit und Stranded-Asset-Risiken aus verschiedenen Blickwinkeln zusammengeführt und in konkrete nächste Schritte für die Praxis übersetzt.

Quick-Wins im Bestand

Hand in Hand Richtung Zukunft – Quick‑Wins mit Blick vom Colorado Tower

Vom Blick auf den Colorado Tower aus wird für mich klar: Bestandsgebäude sind kein Problem, sondern ein riesiges Zukunftsfeld – wenn Nutzung, Wohlfühlklima und Effizienzmaßnahmen Hand in Hand gehen. Genau hier setzen Quick‑Wins an: als pragmatische Schritte, die den Alltag im Gebäude verbessern und gleichzeitig den Weg zu klimafitten, wirtschaftlich stabilen Immobilien ebnen.

Blick aus dem achten Stock des Colorado Towers auf das Umfeld in Stuttgart

Nächster Schritt: Quick‑Wins im eigenen Bestand prüfen

Zukunftsfähige Bestandsgebäude, zufriedene Nutzer und ein stabiler NOI sind Ihr Thema? Sprechen Sie uns gern an. Gemeinsam identifizieren wir Quick‑Wins, mit denen Sie Energieverbrauch, CO₂‑Emissionen und Stranded‑Asset‑Risiken deutlich senken, ohne großen Umbau.

Quick‑Wins abchecken

Quick Win Solutions für Ressourceneffizienz

Ihr direkter Draht zu Quick Win Solutions für Ressourceneffizienz – Heizen und Kühlen mit weniger Energie bei vollem Komfort.

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